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Der Kollagenaufbau beim Microneedling entsteht nicht durch das Gerät, sondern durch die Reaktion deiner Haut darauf. Feinste Nadeln setzen kontrollierte Mikroreize, die Haut startet ihren eigenen Reparaturprozess und bildet dabei neues Kollagen und Elastin.

Dieser Prozess läuft in drei Phasen über rund drei Monate. Deshalb sieht man nach einer einzelnen Sitzung wenig und nach einer Kur viel.

Melanie Miniaci ist staatlich geprüfte medizinische Kosmetikerin und Needling-Trainerin. Seit 2006 arbeitet sie in diesem Beruf und behandelt im Schloss Bedburg bei Köln sowie in Schleiden in der Eifel. Die folgenden Einschätzungen stammen aus ihrer täglichen Praxis.

Der Grundgedanke

Die Haut kann sich selbst reparieren, das macht sie bei jeder Verletzung. Microneedling nutzt diesen Mechanismus gezielt: Es setzt einen Reiz, der groß genug ist, um den Reparaturprozess auszulösen, und klein genug, um keine echte Verletzung zu hinterlassen.

Das Kollagen selbst kommt dabei nicht von außen. Es wird nichts aufgefüllt und nichts unterspritzt. Dein Körper bildet es neu, an der Stelle, an der es fehlt. Was von außen dazukommt, sind Wirkstoffe, die diesen Prozess unterstützen.

Der Effekt kommt nicht aus der Nadel. Er kommt aus der Reaktion deiner Haut darauf.

Genau das unterscheidet Microneedling von Verfahren, die Volumen einbringen. Hier entsteht körpereigenes Gewebe, und das erklärt, warum das Ergebnis Zeit braucht und sich bei jedem Menschen etwas anders entwickelt.

Die drei Phasen der Regeneration

Der Ablauf ist derselbe wie bei jeder Wundheilung, nur in sehr kleinem Maßstab und ohne die Nachteile einer echten Verletzung.

  • Phase 1, Entzündung, die ersten TageDie Haut reagiert auf die Mikroreize mit verstärkter Durchblutung. Abwehrmechanismen werden aktiviert, Botenstoffe freigesetzt. Von außen sichtbar als Rötung und Wärme.
  • Phase 2, Proliferation, eine bis drei WochenNeue Hautzellen werden gebildet, die Produktion von Kollagen- und Elastinfasern steigt deutlich. In dieser Phase spürst du nichts, dabei passiert hier der größte Teil der Arbeit.
  • Phase 3, Remodellierung, bis zu drei MonateDie neu gebildeten Fasern ordnen sich, vernetzen sich und werden stabiler. Die Haut wird fester, glatter und wirkt gleichmäßiger. Diese Phase entscheidet über das Endergebnis.

Eine Behandlung stößt diesen Ablauf einmal an. Danach läuft er aus. Erst wiederholte Reize im richtigen Abstand halten den Prozess in Gang und bauen aufeinander auf.

Was mit Kollagen und Elastin passiert

Kollagen gibt der Haut Festigkeit, Elastin ihre Rückstellkraft. Beides nimmt ab dem dritten Lebensjahrzehnt kontinuierlich ab, beschleunigt durch UV-Strahlung, Rauchen, Hormone und Stress. Sichtbar wird das als Erschlaffung, feine Linien und ein müder wirkender Teint.

In einer viel zitierten Untersuchung von Schwartz und Kollegen aus dem Jahr 2006 zeigte sich nach mehrfacher Needling-Behandlung eine Steigerung der Kollagenproduktion um bis zu 400 Prozent und der Elastinproduktion um bis zu 700 Prozent.

Diese Zahlen werden in der Branche gern plakativ verwendet, deshalb die Einordnung dazu: Es handelt sich um Messwerte aus einer Untersuchung unter definierten Bedingungen, nicht um ein Versprechen für jede Haut. Wie stark deine Haut reagiert, hängt von Alter, Hautzustand, Lebensstil und der Anzahl der Sitzungen ab.

Der zweite Wirkweg, der oft übersehen wird

Die Mikrokanäle sind nicht nur ein Reiz, sie sind auch ein Transportweg. Wirkstoffe, die sonst zum großen Teil an der Hautbarriere hängen bleiben, gelangen dorthin, wo sie arbeiten sollen.

Das macht die Auswahl der Wirkstoffe zu einem eigenen Faktor für das Ergebnis. Welche davon tatsächlich etwas beitragen und bei welchen die Werbung mehr verspricht als die Studienlage hergibt, habe ich im Beitrag über Microneedling-Wirkstoffe aufgeschrieben.

Melanies TippAufnahmefähig heißt nicht, dass mehr besser ist. Deine Haut ist in den Tagen danach so aufnahmefähig, weil sie stark arbeitet. Und genau deshalb braucht sie vor allem Ruhe und Regeneration, keine weitere Anregung.

Das ist der Grund, warum ich dir eine abgestimmte, bewusst schlanke Pflege mitgebe und warum sie im Behandlungspreis enthalten ist. Wer in dieser Phase zusätzlich zu Säuren, Retinol oder eigenen Wirkstoffprodukten greift, irritiert die Haut und schwächt ein gutes Ergebnis.

Welche Ergebnisse realistisch sind

  • Feine Linien werden weicher, die Haut wirkt glatter
  • Große Poren verfeinern sich sichtbar, weil das umliegende Gewebe fester wird
  • Eingesunkene Narben flachen ab, weil neues Gewebe die Vertiefung auffüllt
  • Pigmentflecken gleichen sich an, unterstützt durch die passende Heimpflege
  • Erschlafftes Gewebe gewinnt an Spannkraft, flächig und ohne Volumenaufbau
  • Der Teint wirkt gleichmäßiger, weil Licht auf einer feineren Struktur anders reflektiert wird
  • Erweiterte Äderchen treten optisch in den Hintergrund. Gefäßwände bestehen ebenfalls aus Bindegewebe und gewinnen mit dem umliegenden Gewebe an Festigkeit

Der eigentliche Gewinn steht dabei nicht in der Liste. Es ist nicht die eine Falte, die verschwindet, sondern die Hautqualität insgesamt: Festigkeit, Struktur, Teint und Widerstandsfähigkeit verbessern sich gemeinsam. Das ist ein Effekt, den nur wenige kosmetische Behandlungen so sichtbar und so nachhaltig erreichen.

Was Microneedling nicht leistet: Es ersetzt keine Straffungsoperation, füllt kein Volumen auf und entfernt keine tiefen Falten vollständig. Wer das erwartet, wird enttäuscht, auch wenn das Ergebnis gut ist.

Warum der Zeitpunkt der Beurteilung wichtig ist

Direkt nach der Behandlung sieht die Haut praller aus. Das ist kein Ergebnis, sondern die Reaktion aus Phase eins, also verstärkte Durchblutung und leichte Schwellung. Nach zwei bis drei Tagen ist das vorbei.

Erste echte Veränderungen zeigen sich nach zwei bis vier Wochen. Das Ergebnis, über das es sich zu sprechen lohnt, entsteht über zehn bis zwölf Wochen. Wer nach der zweiten Sitzung urteilt, urteilt zu früh.

Wie der Verlauf in den Tagen nach einer Sitzung aussieht, steht im Beitrag Needling und danach.

Wer nach der zweiten Sitzung urteilt, urteilt zu früh.

Wie viele Sitzungen nötig sind

Eine Kur besteht aus mindestens vier Sitzungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Je nach Hautzustand und Ziel kommen weitere Sitzungen und Wirkstoff-Upgrades dazu. Bei Narben und ausgeprägten Themen sind sechs bis acht realistisch.

Der Abstand ist kein Zufall. Er orientiert sich an Phase zwei und drei: Der nächste Reiz kommt, wenn der vorherige seine Wirkung entfaltet hat, aber bevor der Prozess ausläuft. Der maximale Abstand innerhalb einer Kur liegt bei sechs Wochen.

Ob Microneedling oder die sanftere Variante für dich passt, steht im Beitrag Microneedling oder Bioneedling.

Microneedling und Permanent Make-up

Ein praktischer Punkt, der in der Planung oft vergessen wird. Über bestehendes Permanent Make-up wird nicht geneedelt. Der Reiz beschleunigt den Pigmentabbau, und das Ergebnis, für das du bezahlt hast, verblasst schneller.

Bei einer Gesichtsbehandlung spare ich pigmentierte Bereiche deshalb bewusst aus. Wenn eine Pigmentierung ansteht, planen wir sie zeitlich versetzt zur Kur. Umgekehrt profitiert eine Pigmentierung von vorbereiteter Haut, weil Pigment gleichmäßiger aufgenommen wird. Mehr dazu auf der Seite Permanent Make-up.

Wo behandelt wird

Im Schloss Bedburg im Rhein-Erft-Kreis, rund 25 Minuten von Köln, 40 von Düsseldorf und 45 von Aachen entfernt, direkt an der A61 mit kostenlosen Parkplätzen. Für Kundinnen aus Euskirchen und der Eifel gibt es den zweiten Standort in Schleiden. Alle Behandlungen findest du auf den Seiten Microneedling und Medical Beauty.

Hinter Miderma stehe ich, Melanie Miniaci, staatlich geprüfte medizinische Kosmetikerin. Seit 2006 arbeite ich in diesem Beruf, bilde als Needling-Trainerin andere Fachkräfte aus, schreibe als Fachautorin unter anderem für Beauty Forum Medical und war als Beauty-Expertin bei VOX zu sehen. Bei den Permanent Beauty Masters bin ich seit 2024 als Hygiene-Jurorin im Einsatz. Mehr dazu auf der Seite über mich.

Häufige Fragen

Wie wirkt Microneedling in der Haut?
Feinste Nadeln setzen kontrollierte Mikroreize. Die Haut startet daraufhin ihren eigenen Reparaturprozess in drei Phasen: Entzündung in den ersten Tagen, Zellneubildung über ein bis drei Wochen und Festigung der neuen Fasern über bis zu drei Monate. Dabei entstehen neues Kollagen und Elastin.

Wann sieht man Ergebnisse?
Erste Veränderungen zeigen sich nach zwei bis vier Wochen. Das eigentliche Ergebnis entwickelt sich über zehn bis zwölf Wochen, weil die Festigung der neuen Fasern so lange dauert. Der pralle Effekt direkt nach der Behandlung ist noch kein Ergebnis.

Warum reicht eine Behandlung nicht?
Eine Sitzung stößt den Regenerationsprozess einmal an, danach läuft er aus. Erst wiederholte Reize im richtigen Abstand halten ihn in Gang und bauen aufeinander auf. Deshalb besteht eine Kur aus mindestens vier Sitzungen.

Kann Microneedling über Permanent Make-up angewendet werden?
Nein. Der Reiz beschleunigt den Pigmentabbau, das Ergebnis der Pigmentierung verblasst dadurch schneller. Pigmentierte Bereiche werden bei der Behandlung ausgespart.

Lass deine Haut selbst arbeiten

Buche deinen Termin im Schloss Bedburg oder in Schleiden. Die Hautanalyse ist enthalten, und bei einer Kur melde ich mich nach der Buchung telefonisch.

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