Tattoo und PMU Entfernung Laser oder Remover

PMU Laser-Entfernung

Ein Bild an der Wand kannst du abnehmen, wenn es dir nicht mehr gefällt, die wild gemusterte 70er-Jahre-Tapete abreißen oder übertapezieren. Wenn es mit unserer Haut doch auch so einfach wäre! Das ist es aber leider nicht, deshalb musst du sehr gründlich in dich gehen, bevor du dich für ein Tattoo oder ein Permanent Make-up entscheidest – es ist ein großer Schritt für dich und deine Haut.

Frage dich:

Passt das Tattoo auch in ein paar Jahren noch zu dir? Ein Einhorn sieht mit Anfang Zwanzig sicher niedlich aus, aber bist du sicher, dass du es auch noch mit Ende Vierzig tragen willst?

Entspricht das gewünschte PMU auch wirklich deinem Typ und sieht natürlich aus oder ist es eher ein Modetrend? Wird die Form mit deinen Voraussetzungen harmonieren? Auch wenn Du dein PMU nicht mehr auffrischen lassen möchtest, sollte es nicht auffällig wirken.  Das ist z.B. der Fall, wenn die Augenbrauen-Form extrem verändert wird und fast alle eigenen Härchen weggezupft werden müssten. Warning: Sowas macht ein Profi keinesfalls!

Passen die gewählten Farben zu deinem Hautton oder wirken sie eher künstlich? In den 90er Jahren war es beispielsweise modern, die Lippen dunkel zu umranden – heute macht das kaum noch jemand. Und Daniela Katzenberger wurde mit ihrem Look zwar berühmt, hat sich aber letztendlich auch für einen natürlicheres Aussehen entschieden – die Prozedur, die damit einher ging, hätte sie sich sicher gern erspart.

Lebendes „Look-Book“: Der Tätowierer

Lass dich vor der Behandlung also unbedingt fachlich gut beraten! Langjährige Tattoo-Künstler, haben oft kaum noch Platz an ihrem eigenen Körper. An ihrer Haut kann man oft Jahrzehnte der Veränderung in Technik und oft auch Trends erkennen. Oft gibt es PMU oder Tattoo Künstler, die bedenkenlos stechen, was du ihnen vorgibst. Ein (seriöser) PMU-Artist oder Tätowierer ist vorsichtiger und berücksichtigt genau, was zu dir passt. Bevor die Nadel geschwungen wird, sollte im Gespräch alles genau erklärt werden. Möglicherweise äußert der Künstler auch Bedenken bei deinen Wünschen. Das ist aber gar nicht verkehrt! Sei offen und lass dich gut beraten. Reine Permanent Make-up Artists und Tätowierer machen den ganzen Tag nichts anderes und haben ein Gespür für Ästhetik.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Wenn du dich nach reiflicher Überlegung und Beratung für ein Tattoo oder ein PMU entscheidest, musst du sehr sorgfältig bei der Auswahl deines Kosmetik- oder Tattoo-Studios vorgehen. Nicht nur, was die Hygiene betrifft – du solltest auch sicher sein, dass dein PMU- oder Tattoo-Artist genügend Erfahrung hat. Denn man kann ein Tattoo oder ein PMU in der Regel zwar komplett entfernen, aber es dauert viel länger als es zu stechen, und es ist damit auch viel teurer. So viel zur Vorbereitung auf ein Tattoo oder PMU.

Was aber tun, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und du eine „Jugendsünde“ oder ein misslungenes Tattoo oder PMU entfernen lassen möchtest?

Es gibt es folgende Möglichkeiten zum Entfernen eines Tattoos oder PMUs:

Entfernen durch Laser

Diese Methode eignet sich gut für größere Hautflächen. Durch das Laserlicht werden die Farbpigmente unter der Haut zerstört, weiter abgebaut und schließlich über das Lymphsystem aus dem Körper entfernt.

Dabei muss man sehr genau wissen, mit welchen Wellenlängen die einzelnen Farben angesprochen werden. Rot und Braun reagieren anders als andere Farben. Auch die Impulsstärke, mit der die Partikel aufgebrochen werden, spielt eine große Rolle für den Behandlungserfolg. Gibt es Bereiche, die heller sind als dein Hautton, kann man diese übrigens nicht mit Laser entfernen, es kann nämlich sehr unschöne Farbveränderungen in Richtung Grau oder sogar Schwarz geben. In solchen Fällen wird eher überpigmentiert oder zu normalem Make-up gegriffen, um die Zeichnung zu kaschieren.

Die Kraft des Lichtes

Lasern ist leider ganz und gar nicht ungefährlich, schließlich kannst du damit in der Industrie sogar feste Materialien schneiden. Ein Laser kann, falsch oder unvorsichtig angewendet, Hautverbrennungen und z.B. beim Entfernen eines Lidstrichs schwere Augenschäden verursachen! Lass dein Tattoo oder PMU also nur von jemandem entfernen, der eine Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten mitbringt und über ein umfangreiches Wissen im Bereich Kosmetik, Tattoos und PMU verfügt! Ab Ende 2020 tritt übrigens eine neue Regelung in Kraft, die das Entfernen von PMU und Tattoos nur noch durch einen Arzt erlaubt.

Nach dem Entfernen eines Tattoos oder PMUs ist punkto Nachsorge ist äußerste Sorgfalt gefragt. Du musst Pflegeanweisungen bitte hundertprozentig einhalten, um die Heilung nicht zu gefährden und Narben zu vermeiden.

Keine Eile…

Bei der Entfernung deines Tattoos oder PMUs brauchst du vor allem eins: Geduld. Oberstes Ziel ist es, deine Haut unversehrt zu halten, eine Narbenbildung zu vermeiden und alle Farbrückstände zu entfernen. Jede Pigmentierung ist anders, und damit auch der Behandlungsverlauf: Manchmal genügt es schon, wenn man ein Verblassen der vorhandenen Farben erreicht – dann kann eventuell überpigmentiert also gecovert werden. Aber nicht immer ist das möglich. In dem Fall wird in mehreren Schritten gearbeitet, zwischen denen immer ungefähr acht Wochen zur Heilung liegen sollten – ein langwieriger und oft teurer Prozess.

Farbschatten

Es gibt auch immer wieder Bereiche, die sich nicht vollständig entfernen lassen, z.B. wenn sogenannte DYE-Farbstoffe statt Pigmenten benutzt werden und die Farbe verlaufen ist – so etwas lässt sich im besten Fall dann mit einer neuen Pigmentierung („Cover-up“) abdecken, allerdings auch nicht immer.

Sehr wichtig: Während des Behandlungsprozesses in mehreren Sitzungen können sich die Farben verändern, weil der Laser die Farbmischung zersetzt. Die Ergebnisse sind nicht immer hundertprozentig vorhersehbar. Das ist aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, dass derjenige, der entfernt fachlich top geschult ist und Erfahrung hat und du die Haut wirklich genau nach Anweisung pflegst!

Entfernen durch Remover

Eine Alternative zum Entfernen durch Laser ist die Permanent Make-up Entfernung mit Remover – eine Flüssigkeit, die in deine Haut einpigmentiert wird. Damit können Tattoos und Permanent Make-up entfernt werden, für die sich eine Laserbehandlung nicht so gut eignet. Die Remover-Behandlung ist auch im Gesicht möglich – am Augenlid jedoch nur in sicherem Abstand zum Wimpernkranz, um eine Schädigung der Augen zu vermeiden.

Der Weg der Farbpigmente: Ihre Route wird berechnet…

Wird dein Tattoo oder dein PMU mit einem Remover entfernt, nehmen die Farbpigmente einen anderen Weg aus deinem Körper. Sie werden nicht wie beim Lasern aufgesplittert und durch die Lymphe abtransportiert, sondern durch eine chemische Reaktion an die Hautoberfläche gezogen. Der Trick: Die Remover-Flüssigkeit bindet die Pigmente, kann aber selbst nicht permanent in die Haut eindringen. Bei manchen Pigmentierungen, die nur oberflächlich in der Haut sitzen, ist die Entfernung dadurch in nur einer Behandlung möglich. Allerdings sollte immer nur eine kleine Hautfläche behandelt werden, nicht mehr als ca. 2×2 cm. Es bildet sich nämlich während der Heilung eine Kruste, die bei größeren Flächen durch Bewegung brechen könnte, was wiederum Narben oder sogar eine Entzündung begünstigt. Wer sich schon mal das Knie großflächig aufgeschlagen hat, weiß, was ich meine.

Vorbereitung auf die Beratung und Entfernung

Wer dein Tattoo oder dein PMU entfernen soll, muss die Vorgeschichte lückenlos kennen. Wie alt ist die Pigmentierung? Wurde schon einmal gelasert? In dem Fall könnte es sein, dass die Behandlung nicht gelingt, denn die Pigmente wurden ja durch den Laser zerstört und können keine chemische Verbindung mehr eingehen. Gerade ältere Pigmentierungen und solche mit ungleichmäßiger Stichtiefe sind nicht einfach und meist nur in mehreren Sitzungen zu behandeln.

Auch beim Remover ist die Nachsorge unglaublich wichtig. Früher wurde der Bereich direkt nach der Behandlung mit einer Mullbinde und einer Spezialfolie geschützt, manchmal ergänzt durch Heilsalbe und Puder. Heute läuft das Ganze etwas anders ab.

Ob Entfernung mit Remover oder per Laser – in beiden Fällen bekommst du nach der Beratung einen Behandlungsvertrag, in dem der genaue Ablauf der Behandlung erklärt ist und der neben einer Anleitung zur Pflege auch noch mal über mögliche Risiken aufklärt.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Entfernen deines Tattoos oder PMUs!

P.S.: Hier gibt es noch einen weiteren Artikel über das Entfernen von Pigmentierungen mit dem Remover.